„Wir in der Bildungsregion“

Das Stadtteilzentrum Briegelacker – Teil 1: Offene Kinder- und Jugendarbeit
Im Gespräch am 3. März 2017: Frank Herzberger, Leiter des Stadtteilzentrums Briegelacker mit Marianne Müller, Bildungsbüro Baden-Baden

Ihre Einrichtung in wenigen Sätzen:
Das Stadtteilzentrum Briegelacker ist Anlaufstelle für Menschen mit Migrationshintergrund. Neben Integrations- und Begegnungsangeboten gibt es zahlreiche Angebote zum ganzheitlichen und lebenslangen Lernen. Die Zielgruppen reichen von Kindern der Kindertagesstätte über Jugendliche bis hin zu Erwachsenen und Familien.

Welche Bildungsangebote machen Sie im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit?
Bildung findet bei uns im Rahmen vieler Angebote statt.
Bei der Hausaufgabenhilfe erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 5 nicht nur intensive Unterstützung bei den Hausaufgaben, sie bekommen auch Tipps zu Arbeitstechniken, Sprachförderung und erwerben in der Gruppe soziale Kompetenzen.
Im Rahmen der individuellen Beratung erhalten Jugendliche Unterstützung und Begleitung bei schulischen, beruflichen und persönlichen Fragestellungen. Immer bedarfsorientiert und vom Jugendlichen selbst ausgehend.
Das Programm Zukunftsscout ist ein Paten-Projekt, für Jugendliche in der Phase „Übergang Schule – Beruf“. Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse, der Kontakt wird in der Regel über den Jugendtreff hergestellt. Es gibt ca. 25 aktive Patenschaften. Die Paten unterstützen den Jugendlichen beim Erreichen des Schulabschlusses, beim Erstellen der Bewerbungsmappe oder bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch. Durch den Kontakt werden darüber hinaus die sozialen Kompetenzen geschult. Die Jugendlichen lernen im Kontakt mit dem Erwachsenen z.B. dass es wichtig ist, Termine einzuhalten und sich an Vereinbarungen zu halten.
Im offenen Kinder- und Jugendtreff gibt es Kreativ-, Medien-, Sport-, Spiel- und Kochangebote. Auch hier werden wie nebenbei soziale Kompetenzen und Kulturtechniken erlernt. Wichtig dabei ist: Das Lernfeld offener Kinder-/ Jugendtreff bietet einen geschützten Raum, in dem Kinder und Jugendliche sich ausprobieren können, Erfahrungen machen und Rückmeldung erhalten. Es ist außerdem oft die Eingangstür für weiterführende Unterstützungsangebote.
Im Rahmen von geschlechtsspezifischen Angeboten findet eine vertiefte Berufsorientierung statt. Es wird ein niedrigschwelliger Zugang zu verschiedenen Berufsfeldern ermöglicht. Stärken können erkannt und eigene Fähigkeiten ausgebaut werden. Ziel ist es, das Interesse der Jugendlichen an verschiedenen Berufen zu wecken und ihre Softskills zu stärken.

Welche Inhalte werden vermittelt? Was lernen die Kinder und Jugendlichen bei Ihnen?
Neben der konkreten Unterstützung in schulischen und beruflichen Themenfeldern und den Fähigkeiten und Fertigkeiten die thematische Angebote vermitteln, steht vor allem das soziale Lernen im Vordergrund. Kindern und Jugendlichen wird ein Lernfeld für Kontakt- und Kommunikationsfähigkeiten, Kooperation und angemessenes Konfliktverhalten geboten. Also für Schlüsselqualifikationen in der heutigen Gesellschaft.

Wie läuft das ab?
Die Offene Kinder- und Jugendarbeit bietet einen niedrigschwelligen Zugang über Freizeitangebote hin zu gezielten Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Die Teilnahme ist freiwillig, zentral ist die professionelle persönliche Beziehung der pädagogischen Fachkräfte zu den Kindern und Jugendliche.

Wer ist dafür zuständig?
Die hauptamtliche Fachkraft (Diplom-Sozialpädagogin) wird in ihrer Arbeit durch pädagogische Fachkräfte unterstützt, die auf Honorarbasis angestellt sind. Hinzu kommen ehrenamtliche Mitarbeiter wie beispielsweise die Zukunftsscouts, also lebenserfahrene Menschen, die sich sozial engagieren.

Mit wem kooperieren Sie? Wie sind Sie in der BR vernetzt?
Das Stadtteilzentrum Briegelacker ist sehr stark im Sozialraum und im gesamten Stadtgebiet vernetzt, beispielsweise mit der Stadtverwaltung und den Arbeitsgebieten Schulsozialarbeit, Suchtbeauftragte und Kinder- und Jugendbüro, mit Sozialverbänden, Vereinen, Schulen und Lehrern, Kindertagesstätten oder auch Polizei und Beratungseinrichtungen.

Warum ist Ihr Bildungsangebot so wichtig?
Wir holen die Jugendlichen dort ab, wo sie stehen, fördern sie bedarfsorientiert, ganzheitlich und lebensnah.

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